Montag, 21. November 2016

manchmal ist das Leben einfach nicht kooperativ

die letzten Wochen waren latent anstrengend.
Erst ist unser Leitbock krank geworden - der Kollege wollte nicht mehr aufstehen, also an einem Samstag den Tierarzt einbestellt, Diagnose : unbestimmt, Tiere sind ja nicht so richtig auskunftsfreudig, ist ein bisschen wie Rätsel raten. Immerhin ein paar zum Tode führende Krankheiten konnten ausgeschlossen werden.
Also in den Stall einsperren und beeltern, mit Heu und Wärmdecke ( irgendwann auch noch Wärmflasche ) zudecken damit er nicht auskühlt ( hier greifen sich gestandene Bauern dann bestimmt an den Kopf ) und einfach ein bisschen Präsenz zeigen. Am Kopf kraulen und so.
Zwei Tage später lammt das erste Schaf, ein bisschen früh dieses Jahr und auch zeitlich nicht so ganz passend da der Stall ja vom Bock belegt ist. Das ist ziemlich ungünstig da die Schafe der frischgebackenen Mutter gerne etwas Raum geben um die Mutter - Kind - Beziehung zu stärken. Laut internationaler Presse / Internet werden werdende Mütter von der Herde getrennt damit sie zur Ruhe kommen und Bindung und so, das machen unsere Schafe ganz allein. Doof war nur : Stall belegt.
Dann kommt noch das Wetter dazu, ja auf dem Land kann man sehr viel übers Wetter reden, das ist wichtig für Entscheidungen die getroffen werden.
Die nicht im Stall separierten und nicht gerade Mutter gewordenen Schafe haben also entschieden dem frisch gebackenen Elternteil samt Nachwuchs so richtig viel Raum zum gegenseitigen Kennenlernen zur Verfügung zu stellen und haben sich auf die Weide verzogen - die lesen ja auch keine Wetterberichte. Dumm nur das ausgerechnet an dem Tag / in der Nacht soviel Regen vom Himmel fallen musste wie das ganze Jahr nicht. Die Schafe klatschnaß und übellaunig, und dann ist auch noch der Aussenbereich aufgrund eines zugesetzten Drainagerohrs abgesoffen.
Am nächsten Tag also Mittagskind auf Arbeit um zwei Stunden lang Matschepampe mit der Schubkarre von A nach B  zu transportieren. Ich war grad mit dem gröbsten fertig, der Weg in den Stall wieder einigermaßen begehbar und der nächste Regen zeichnete sich ab da wollte dann die Schafmutter lieber in den Stall, jetzt wo der Weg frei war. Ist ja  auch näher am Futter. Der Bock war zum Glück nur noch angeschlagen und nicht mehr ausgenockt und konnte Besuch gut gebrauchen, nach drei Tagen im Stall kriegt unser Bock immer Lagerkoller und kann uns nicht mehr leiden. Am wiederum nächsten Tag kam ich später nach Hause, die ausgefallenen Stunden vom Vortag müssen beim Lohnunternehmen ja wieder reingeholt werden, bin ich dann mit Taschenlampe auf die Weide gekrochen zur nächtlichen Fütterung und hör Lämmer!?? Häh? Wie sind die denn rausgekommen? Na gar nicht, Madame Nr.2 hat nachgelegt. OK, also im Dunkeln versucht die frischgebackene Mutter mit den Lämmern in den Stall zu bekommen schon wegen dem Regen, das geht am Besten indem man sich die Lämmer schnappt und in den Stall geht, die kommt dann schon, muss man nur aufpassen das sie einen nicht umrennt, bzw bei Zwillingen braucht man meistens beide, was doof ist mit Taschenlampe und nur zwei Händen. Mein Mitbewohner hat sich zu der Zeit glaube gerade von Novo erholt und war keine große Hilfe. Seelischmoralisch natürlich schon, praktisch eher weniger.
Irgendwann waren alle drin, der Bock hat  sich noch mehr gefreut die anderen Schafe eher weniger aber es wurde etwas ruhiger, nach einer weiteren Woche hat dann noch das dritte Schaf gelammt da war aber kein Regen mehr und der Bock und alle Lämmer mit dem Rest schon wieder vergesellschaftet und damit auch Platz im Stall.
Der Tierarzt musste dann noch zwei mal vorbeischauen, einmal wegen unserem Leitbock der sich dann noch ne Blasenentzündung geholt hatte und jetzt zum Glück aber wieder voll fit ist, nachdem bei einer kurzen Ferndiagnose per Telefon ja schon von Schlachten die Rede war eine echte Erleichterung. Er vertraut uns und lässt sich gern kraulen, das entspannt die ganze Herde und so kommen wir auch an die Schafe ran wenn was ist.

Das dritte Mal mussten wir den Tierarzt wegen einem Lamm holen das leider den Kopf  zu früh zu tief in die Futterschüssel gesteckt hat und leider das Futter noch nicht vertragen hat, es hat es nicht geschafft. Der kleine Scheißer hat aber auch nie auf seine Mutter gehört. Da konnte sie stundenlang nach ihm brüllen, er hat entweder geschlafen oder am Futter rumgefressen oder oder oder, in den ersten Tagen haben wir den ständig hinter ihr her geschleppt um den Lärmpegel niedrig zu halten, man darf es sich ja auch nicht mit allen Nachbarn verscherzen. Vielleicht hatte er auch eine Vorerkrankung. Tiere zu verlieren ist immer hart.

So, das zum Thema Schaf, mal schauen wie es sich noch entwickelt.
Die nächste Episode in diesem Jahr die sich Abzeichnet wird sein :

"Stallpflicht - Wie sag ich es meinen Enten?"

Da freu ich mich schon richtig drauf. Nach einer Kollision mit einer Katze die auf der Suche nach einem schönen gemütlichen Winterübernachtungsplatz den Entenstall entdeckt hat (also keine von unseren, die liegen im Winter im Haus vorm Ofen) gehen die Enten zur Zeit nicht mal in die Nähe ihres Stalles und schlafen lieber vor der Eingangstür zum Haus, die haben wahrscheinlich die Hühner beobachtet die sich manchmal reinschleichen und warten auf eine Gelegenheit. 
Ich arbeite noch an einer Idee wie ich es Ihnen schonend beibringe falls es in unserem Landkreis soweit kommt. Wenn ich also mit dem Bloggen pausiere renn ich vielleicht die ganze Zeit den Enten hinterher ;-)


LG





Kommentare:

  1. Griiiiins, danke für deinen herrlich trockenen Lagebericht :)
    Stallpflicht, echt mist grad... viel Erfolg!

    Liebe Grüße!

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  2. Hoffe, der Leitbock ist wieder fit!
    Danke für deine tollen Berichte und deine wunderbaren, trockenen Humor. Bitte mach weiter so :-)

    T. Lange

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